Von der Schwierigkeit, eine Podiumsdiskussion zu beschreiben, ohne dabei polemisch zu werden. Und ein Mittagessen.

Samstag, 25. August, 18 Uhr, Alte Frächterei Burtscher, Thüringerberg.

The Great Valley – Visionen für das Große Walsertal.

Achtzehn Studenten aus dreizehn Ländern, darunter Ägypten, Liechtenstein, Mexiko und Nigeria, entwarfen über ein Semester verschiedene Szenarien für mögliche Zukunft.

Ein beeindruckendes, in Schichten lasergeschnittenes und händisch zusammengefügtes dreidimensionales Kartonmodell des Tals im Maßstab 1 : 20.000, von einem überkopf montierten Projektor mit wechselnden informativen Flächen bestrahlt und vom Walserherbst Festival angekauft, bildet den Mittelpunkt des Raums.

Die zahlreichen Gäste erweisen sich zu etwa gleichen Teilen als Walser und Nichtwalser.

 

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Druckreif, weil Berlinerin, von Anne Brandl, Professorin für Architektur und Raumentwicklung moderiert, reden außerdem Martin Mackowitz, der mit ihr die Lehrveranstaltung leitete, Geli Salzmann, Stadtplanerin und Architektin, Markus Berchthold-Domig, Raumplaner, und Dietmar Nigsch, Festivalleiter und gebürtiger Walser. Gegen Ende der Veranstaltung kommt auch einer der zwei anwesenden Studenten kurz zu Wort.

Mangelndes Bewusstsein und Selbstbewusstsein der Walser sowie die Notwendigkeit, vorbeugend Position zu beziehen, werden konstatiert. Siedlungsentwicklung, Mobilitätsfrage und kulturelle Identität angesprochen. „Resilienz“ wird strapaziert. (En vogue. Alpbach.) Der Korpus des Biosphärenparks finde große Akzeptanz, werde aber nicht sinnvoll als Instrument der Talschaft genutzt. Der Tourismus müsse sanft, die Landwirtschaft kleinteilig sein, Produkte aus dem Tal besser vermarktet und zeitgemäße Gastronomie betrieben werden. Die Jungen sollten eingebunden und Absiedlung vorgebeugt werden.

Vor bald zehn Jahren nahm der Chronist als Mitglied der Gruppe AO& an einem sogenannten Bürgerrat teil. Obige Schlüsse wurden bereits damals, teils sogar wortgleich, gezogen. 

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Ein Teil der gewissenhaft geführten Mitschrift

 

Am Vortag hat sich der Chronist geschickt bei August und Conni Bickel in Blons zum Mittagessen eingeladen. 12 Uhr, Käsknöpfle, Erdäpfelsalat. Vorher Leihfahrzeugwechsel mit Sohn Dominik (nahe Bludenz, Elektro-Golf gegen Renault Zoe. Downgrade), am Rückweg seine Freundin Julia im Walserherbstbüro abgeholt. Beide arbeiten für das Festival. Clownfrau Martha ist ebenfalls Tischgast. Die Papierservietten lesen „Schön, dass ihr da seid“.

Als Letzter erscheint Dominiks Bruder Nikolai. Softwareentwickler, in England studiert, arbeitet im Nachbarhaus bei der Firma Teslab. Wir kommen auf Gründer Otmar Ganahl (mit Frau Maria beim damaligen Bürgerrat wie bei obiger Podiumsdiskussion anwesend) zu sprechen. Er hatte vor fünfzehn Jahren die Idee, nach dem Vorbild der Seilbahn-, Wasser- und Straßengenossenschaften entlegener Bergdörfer gemeinschaftlich finanziert Glasfaserkabel nach Blons verlegen zu lassen.

Alle acht Beschäftigten leben in unmittelbarer Nähe.

Das Essen ist hervorragend. Danach traditionell ein Schnaps, dann Kaffee.

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